Schritt 12: Ankommen, die ersten 90 Tage

Fahrplan · Schritt 12 von 12

Die Behördenwege der ersten Wochen bauen aufeinander auf. In der richtigen Reihenfolge sind sie halb so anstrengend.

Die Reihenfolge der ersten Wochen

Fast überall hängen die Behördenwege aneinander wie eine Kette:

  1. Anmeldung an der Wohnadresse. Sie ist die Grundlage für alles Weitere. Die Frist liegt oft bei ein bis drei Monaten.
  2. Steuernummer oder Kennziffer, je nach Land unterschiedlich benannt. Ohne sie geht weder Arbeitsvertrag noch Bank.
  3. Bankkonto, meist erst mit Anmeldung und Nummer möglich.
  4. Krankenversicherung aktivieren und Karte besorgen.
  5. Mobilfunk, oft ebenfalls erst mit Konto oder Nummer.

Wenn ein Schritt hakt, liegt es meistens daran, dass der vorherige noch nicht abgeschlossen ist. Das ist selten Schikane, sondern die Logik der Kette.

Die Wohnung als Voraussetzung

Ohne Adresse keine Anmeldung, ohne Anmeldung kein Konto. Deshalb ist eine möblierte Übergangswohnung mit richtigem Mietvertrag oft die schnellste Lösung, auch wenn sie teurer wirkt. Sie bringt dich in die Kette hinein.

Gesundheit vor dem Ernstfall

Such dir eine Hausärztin oder einen Hausarzt, solange du gesund bist. Frag nach Sprachkenntnissen, wenn du unsicher bist. Notiere die lokale Notrufnummer und das nächste Krankenhaus mit Notaufnahme.

Wer erst im Ernstfall sucht, sucht in der schlechtesten Verfassung.

Kinder

Schule oder Kita möglichst vor dem Umzug anfragen, Plätze sind vielerorts knapp. Klär, welche Unterlagen gebraucht werden, ob Zeugnisse übersetzt sein müssen und ob ein Sprachtest ansteht.

Rechne mit einem halben Jahr, bis Kinder sprachlich ankommen. Bei jüngeren geht es schneller, bei Jugendlichen dauert es länger.

Führerschein

Der deutsche Führerschein gilt in der EU unbegrenzt. Außerhalb ist er oft nur sechs bis zwölf Monate anerkannt, danach ist eine Umschreibung nötig, manchmal mit Prüfung. Diese Frist läuft ab dem Tag der Anmeldung, nicht ab dem Tag, an dem es dir einfällt.

Der Eintrag bei der Botschaft

Die deutsche Auslandsvertretung führt eine Krisenvorsorgeliste. Der Eintrag dauert wenige Minuten und sorgt dafür, dass du im Ernstfall erreichbar bist.

Und dann?

Der Fahrplan ist durch. Was jetzt kommt, ist kein Projekt mehr, sondern Alltag. Nimm dir für das erste Jahr wenig vor und lass die Dinge ankommen.

Deine Checkliste

  • Im Zielland angemeldet, innerhalb der dortigen Frist
  • Steuernummer oder Personenkennziffer beantragt
  • Lokales Bankkonto eröffnet
  • Krankenversicherung vor Ort aktiviert und Karte erhalten
  • Hausärztin oder Hausarzt gesucht, bevor du krank wirst
  • Mobilfunkvertrag mit lokaler Nummer abgeschlossen
  • Kinder in Schule oder Kita angemeldet
  • Führerschein umgeschrieben, falls nötig, Frist beachtet
  • Deutsche Auslandsvertretung: Eintrag in die Krisenvorsorgeliste

Ehrlich gesagt

Nach etwa drei Monaten kommt bei vielen ein Tief. Die erste Aufregung ist weg, der Alltag ist da, und der ist in einer fremden Sprache anstrengender als gedacht. Das ist normal und geht vorbei. Wer damit rechnet, erschrickt weniger und zieht nicht vorschnell den Schluss, die ganze Entscheidung sei falsch gewesen.

Nächster Schritt

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Der Fahrplan ist durch. Ab hier läuft es von selbst.

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