Ankommens-Checkliste: die ersten 90 Tage

In den ersten Wochen entscheidet die Reihenfolge, nicht das Tempo.

Diese Liste ist zum Ausdrucken gedacht. Häng sie in der neuen Wohnung an die Wand und arbeite sie von oben nach unten ab.

Es gibt immer eine erste Nummer

In fast jedem Land hängt alles an einer einzigen Nummer, und ohne sie funktioniert weder Konto noch Mietvertrag noch Arztbesuch. Sie heißt überall anders: NIF in Portugal, NIE in Spanien, personnummer in Schweden, CPR in Dänemark, SSN in den USA, Emirates ID in den Emiraten, CURP in Mexiko.

Finde vor dem Umzug heraus, wie sie in deinem Zielland heißt, und stell sie an den Anfang. Alles andere sortiert sich danach.

Fristen laufen ab dem Tag der Einreise

Registrierung, Anmeldung und Umschreibung des Führerscheins hängen oft an Fristen, die mit der Einreise beginnen und nicht mit dem Einzug. Wer erst in Ruhe die Wohnung einrichtet, hat manchmal schon eine Frist verpasst.

Erledige deshalb in Woche eins die Termine, auch wenn noch Kartons im Flur stehen.

Der Ordner ist wichtiger als das Regal

Jede Bescheinigung, die du in diesen Wochen bekommst, wirst du noch mehrfach brauchen. Leg für alles einen Ordner an und scanne jedes Blatt am selben Tag.

Nach drei Monaten hast du damit einen vollständigen Nachweis deines Zuzugs, und der ist bei Verlängerungen, Steuerfragen und der späteren Einbürgerung genau das, wonach gefragt wird.

Zum Abhaken

  • Anmeldung oder Registrierung erledigt, Frist des Ziellandes eingehalten
  • Die erste Nummer beantragt, ohne die nichts weitergeht
  • Steuernummer beantragt, in vielen Ländern vor allem anderen
  • Wohnsitznachweis besorgt, oft eine Rechnung auf deinen Namen
  • Bankkonto eröffnet, Unterlagen vorher zusammengestellt
  • Krankenversicherung im Zielland aktiviert, Karte oder Nachweis erhalten
  • Hausarzt gefunden und registriert, wo das Pflicht ist
  • Mobilfunkvertrag abgeschlossen, lokale Nummer eingerichtet
  • Zwei-Faktor-Verfahren deutscher Konten auf die neue Nummer umgestellt
  • Führerschein umgeschrieben oder Frist dafür notiert
  • Kinder in Schule und Betreuung angemeldet
  • Deutsche Auslandsvertretung: Eintrag in die Krisenvorsorgeliste
  • Sprachkurs gesucht und angefangen, nicht aufgeschoben
  • Nachbarn, Verein oder Sportgruppe angesteuert, bewusst und früh
  • Ordner angelegt: jede Bescheinigung sofort abgeheftet und gescannt
  • Erste Steuererklärung im Zielland terminiert
  • Nach 90 Tagen: eine ehrliche Zwischenbilanz mit allen im Haushalt

Ehrlich gesagt

Die Behördengänge sind das Einfachste an diesen 90 Tagen. Schwerer ist, dass in den ersten Wochen alles gleichzeitig passiert und niemand da ist, den man kurz fragen kann. Fast alle unterschätzen, wie erschöpfend das ist, und wie sehr die Stimmung nach etwa acht Wochen kippt, wenn die Aufregung nachlässt und der Alltag noch nicht funktioniert. Das ist normal und geht vorbei. Was hilft, sind zwei Dinge, und beide stehen auf dieser Liste: früh mit der Sprache anfangen und früh eine Gruppe suchen, in der du regelmäßig auftauchst.

Nächster Schritt

Schritt 12: Ankommen, die ersten 90 Tage

Der Schritt mit der ganzen Begründung dahinter.