Fahrplan · Schritt 9 von 12
Besorg die Papiere, solange du noch hier bist. Aus dem Ausland dauert alles dreimal so lange.
Was eine Apostille ist
Eine Apostille bestätigt, dass eine deutsche Urkunde echt ist, damit eine ausländische Behörde sie anerkennt. Sie ist ein Stempel auf dem Dokument, ausgestellt von einer deutschen Stelle, meist dem Landgericht oder der Bezirksregierung.
Sie gilt zwischen den Staaten, die dem Haager Übereinkommen beigetreten sind, und das sind die meisten. Für die übrigen Länder gibt es das aufwendigere Verfahren der Legalisation über die Botschaft.
Frag beim Zielland nach, welche Dokumente in welcher Form gebraucht werden. Die Liste unterscheidet sich stark.
Beglaubigte Übersetzungen
Viele Behörden akzeptieren nur Übersetzungen von vereidigten Übersetzern. Eine gute Übersetzung aus dem Bekanntenkreis reicht nicht.
Wichtig: erst apostillieren, dann übersetzen. Sonst fehlt der Apostille die Übersetzung, und du zahlst zweimal.
Die Dokumentenliste
Diese Papiere braucht fast jeder:
- Reisepass, ausreichend lange gültig, für alle Mitreisenden
- Geburtsurkunde, möglichst als internationale Ausfertigung
- Heiratsurkunde oder Scheidungsurteil, falls zutreffend
- Nachweise über Ausbildung und Beruf
- Impfpass, wichtige ärztliche Befunde, Medikamentenliste
- Führerschein, bei Bedarf mit internationaler Ergänzung
Für Kinder kommen Schulzeugnisse und je nach Fall eine Zustimmung des anderen Elternteils dazu.
Die Vollmacht
Das am meisten unterschätzte Dokument dieses Fahrplans. Nach dem Umzug bleibt immer etwas offen: eine Nachzahlung, eine Unterschrift, ein Behördenbrief mit Frist.
Gib einer Vertrauensperson in Deutschland eine schriftliche Vollmacht, am besten notariell, wenn Immobilien oder Banken betroffen sind. Ohne sie musst du für jede Kleinigkeit selbst anreisen oder alles über Konsulate abwickeln.
Digitalisieren
Scanne alles, bevor es in den Umzugskarton geht. Leg die Dateien an zwei getrennte Orte, zum Beispiel verschlüsselt in eine Cloud und auf einen Datenträger, den du bei dir trägst.
Die Papierstücke reisen im Container. Die Scans reisen mit dir.
Deine Checkliste
- Reisepässe geprüft: mindestens sechs Monate über den Umzug hinaus gültig
- Geburtsurkunde besorgt, international oder mit Apostille
- Heiratsurkunde besorgt, falls relevant
- Führungszeugnis beantragt, falls das Zielland es verlangt
- Zeugnisse und Diplome kopiert, bei Bedarf beglaubigt übersetzt
- Impfpass und wichtige Befunde kopiert, auch digital
- Vollmacht für eine Vertrauensperson in Deutschland erstellt
- Alles gescannt und an zwei getrennten Orten gesichert
Ehrlich gesagt
Apostille und beglaubigte Übersetzung klingen nach Formalitäten und sind der häufigste Grund, warum ein Antrag im Zielland liegen bleibt. Beides kostet Zeit und Geld, beides bekommst du in Deutschland deutlich einfacher als von außen. Wer hier spart, zahlt später doppelt, in Wochen.
Vorher: Schritt 8: Bank und Geld