Schritt 1: Die Entscheidung ehrlich prüfen

Fahrplan · Schritt 1 von 12

Bevor du irgendetwas organisierst, klär vier Fragen. Das dauert zwanzig Minuten und entscheidet über die nächsten zwei Jahre.

Die vier Fragen

Nimm ein Blatt Papier. Nicht das Handy, Papier zwingt zur Kürze.

Wovon willst du weg? Schreib es konkret auf. „Weniger Bürokratie“ ist zu vage. „Ich verbringe pro Jahr etwa zwanzig Stunden mit Formularen, die mich ärgern“ ist konkret. Der Unterschied ist wichtig, denn vage Gründe reisen mit. Konkrete lassen sich prüfen.

Wohin willst du hin? Nicht welches Land, das kommt in Schritt 2. Sondern: welches Leben? Mehr Sonne, mehr Ruhe, mehr Einkommen, näher am Meer, näher an der Familie. Zwei bis drei Punkte reichen.

Wer muss mit? Wenn du nicht allein bist, ist das die eigentliche Frage. Eine Auswanderung, bei der einer zieht und einer folgt, hält selten. Sprich es aus, bevor du recherchierst, nicht danach.

Was passiert, wenn es nicht klappt? Rückkehr ist der Normalfall, nicht die Schande. Rechne einmal durch, was sie kosten würde und was du dafür bräuchtest. Wer das weiß, geht ruhiger.

Der Partner-Test

Stell die Frage nicht als „Wollen wir auswandern?“, sondern als „Was müsste gelten, damit du gern gehst?“. Die erste Frage lädt zu Zustimmung ein. Die zweite bringt echte Bedingungen zutage: Job für beide, Schule in erreichbarer Sprache, zwei Heimflüge im Jahr, ein Rückkehrdatum als Sicherheitsnetz.

Schreib diese Bedingungen auf. Sie sind ab jetzt Teil deiner Kriterien und entscheiden in Schritt 2 mit über das Zielland.

Kinder

Kinder unter etwa zehn Jahren ziehen meist gut mit. Ab der Pubertät wird es schwieriger, weil Freundeskreis und Schulabschluss dranhängen. Das ist kein Ausschlussgrund, aber es gehört auf den Tisch, und zwar bevor der Umzug beschlossene Sache ist.

Sag ehrlich, was feststeht und was noch offen ist. Kinder merken sofort, wenn eine Entscheidung als Frage verkleidet wird.

Ein Datum statt eines Gefühls

Setz dir einen Termin, an dem du neu bewertest, zum Beispiel in drei Monaten. Bis dahin arbeitest du den Fahrplan ab. Am Termin entscheidest du bewusst: weiter oder nicht. So wird aus einem Dauerthema ein Projekt mit Anfang und Ende.

Deine Checkliste

  • Aufgeschrieben, wovon du weg willst und wohin du hin willst
  • Mit Partnerin oder Partner offen gesprochen, nicht nur angedeutet
  • Mit den Kindern gesprochen, altersgerecht und ehrlich
  • Geklärt, wer im Zweifel gegen den Umzug ist und warum
  • Rückkehr durchgerechnet: Was kostet sie, was bräuchtest du dafür?
  • Entschieden, wann du spätestens neu bewertest (Datum notiert)

Ehrlich gesagt

Ein großer Teil der Menschen, die ernsthaft planen, geht am Ende nicht. Das ist kein Scheitern. Wer nach diesem Schritt merkt, dass er eigentlich einen anderen Job oder eine andere Stadt in Deutschland sucht, hat sich viel Geld und ein sehr anstrengendes Jahr gespart. Auch das ist ein ordentliches Ergebnis dieses Fahrplans.

Nächster Schritt

Schritt 2: Das Zielland eingrenzen

Kriterien aufschreiben, bevor du Länder anschaust.