Schritt 3: Budget und Notgroschen

Fahrplan · Schritt 3 von 12

Zwei Zahlen entscheiden: was der Umzug kostet und was danach noch übrig ist.

Die Umzugskosten

Rechne mit mehr, als du denkst. Die üblichen Posten:

  • Transport des Hausrats, je nach Menge und Entfernung
  • Kaution und oft erster Monat im Voraus
  • Doppelmiete für ein bis zwei Monate im Übergang
  • Flüge oder Fahrten für die Wohnungssuche
  • Möbel und Geräte, die nicht mitkommen oder dort nicht passen
  • Auto: Verkauf hier, Kauf dort, oder Import mit Zulassung

Ein Container über den Atlantik kostet mehr als der halbe Hausrat wert ist. Viele verkaufen deshalb fast alles und kaufen neu. Rechne beide Varianten durch, das Ergebnis überrascht oft.

Die Einmalkosten der Bürokratie

Bei Zielen außerhalb der EU kommen dazu: Visumsgebühren, beglaubigte Übersetzungen, Apostillen, manchmal ein Anwalt oder ein Vermittler, Gesundheitszeugnisse, Führungszeugnisse. Das summiert sich schnell auf einen vierstelligen Betrag pro Person.

Bei EU-Zielen ist dieser Block fast leer. Ein weiterer Grund, warum die Weiche aus Schritt 2 so viel ausmacht.

Der Notgroschen

Die Faustregel: sechs Monatsausgaben, gerechnet mit den Kosten am Zielort, nicht mit deinen heutigen. Wer ohne festen Job geht, sollte eher zwölf ansetzen.

Der Notgroschen hat zwei Aufgaben. Er trägt dich, bis Einkommen fließt. Und er bezahlt die Rückkehr, falls es nicht klappt. Genau deshalb darf er nicht in den Umzug wandern.

Wenn Einkommen und Ausgaben in verschiedenen Währungen laufen

Wer in Euro verdient und in einer anderen Währung lebt, hat ein stilles Risiko im Haushalt. Zehn Prozent Kursbewegung sind über ein Jahr nichts Besonderes. Bei einem knappen Budget ist das der Unterschied zwischen entspannt und eng.

Plane in dem Fall den Puffer größer, oder halte einen Teil der Rücklage in der Währung, in der du deine Miete zahlst.

Die Zahl, auf die es ankommt

Am Ende dieses Schritts solltest du einen Satz sagen können: „Der Umzug kostet mich etwa X, und danach habe ich noch Y, was für Z Monate reicht.“

Wenn du diesen Satz nicht sagen kannst, ist der Schritt nicht fertig. Alles Weitere baut darauf auf.

Deine Checkliste

  • Umzugskosten geschätzt: Transport, Kaution, Doppelmiete, Flüge
  • Einmalkosten notiert: Visum, Übersetzungen, Apostillen, Anwalt
  • Notgroschen festgelegt: mindestens sechs Monatsausgaben im Zielland
  • Laufende Kosten am Zielort realistisch geschätzt, nicht aus dem Index
  • Wechselkurs-Risiko bedacht, wenn Einkommen und Ausgaben getrennt sind
  • Puffer für den Fall Rückkehr eingeplant

Ehrlich gesagt

Lebenshaltungsindizes im Netz sind grobe Mittelwerte und meist zu optimistisch. Sie rechnen mit lokalen Gewohnheiten, nicht mit deinen. Wer weiter deutsche Produkte kauft, deutsche Versicherungen behält und zweimal im Jahr heimfliegt, lebt deutlich teurer als der Index sagt. Rechne mit einem Aufschlag von zwanzig bis dreißig Prozent auf deine erste Schätzung, dann liegst du meist richtig.

Nächster Schritt

Schritt 4: Visum und Aufenthaltsrecht

Für EU-Ziele fällt dieser Schritt fast komplett weg.

Vorher: Schritt 2: Das Zielland eingrenzen